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Milka

 

 

 

 

 

 

Weitere Namen

Milcah

Lokalisierungsvorschläge

Namensformen AT

מִלְכָּ֖ה  milkāh. Μελχα. Melcha
 

Belege AT

Num 26,33 (PN); Num 27,1 (PN); Num 36,11 (PN); Jos 17,3 (PN);
1Chr 7,18 (PN) ?
 

Belege NT

ausserbiblische Belege aus vorhellenistischer Zeit
(BIS CA. 300 v.Chr.)

Deuterokanonische Texte und Ausserbiblische Belege
ab hellenistischer Zeit

Beschreibung

Schreibweise und Etymologie

Die Schreibweise des Namens im MT bleibt mit milkāh in allen Belegen gleich. Die LXX transkribiert den Ortsnamen mit Μελχα, wobei sich in den Lesarten der LXX nur geringe Abweichungen finden.
Gelegentlich wird Milka auch hinter dem Namen Hamolechet in 1Chr 7,18 gelesen (Dussaud, René 1926a, 18; Demsky, Aaron 1982a, 70–75). Da die Schreibweisen dieses Namens in MT (hamolækæt) und LXX (Μαλεχεθ) jedoch deutlich von den Schreibungen für Milka abweichen, ist diese Identifikation abzulehnen.
Der Name wird etymologisch als „Königin“ gedeutet (vgl. Stamm, Johann Jakob 1967a, 326; Van der Meer, Michaël 2020a, 521).


Alttestamentliche Belege

Im Alten Testament ist Milka in den genealogischen Listen zum Stamm Manasse (Num 26,29-34; Jos 17,2-3) sowie in den Erzählungen zu den Töchtern Zelofhads (Num 27,1-11) belegt. Die fünf Töchter Zelofhads erstreiten sich das Recht, den Anteil ihres Vaters am Verheißungsland zu erben (Jos 17,4), da ihr Vater ohne männlichen Erben stirbt (Num 27,3-4). Damit das Erbe nicht in den Besitz eines anderen Stammes gelangt, müssen die Töchter Männer aus dem Stamm Manasse, dem Stamm ihres Vaters heiraten (Num 36,6-7). Milka ist dabei stets die vierte Tochter Zelofhads und wird zwischen Hogla und Tirza genannt. In allen Belegen erscheint Milka zudem als Enkelin Hefers, sowie als Nachkomme Gileads, Machirs und Manasses.
Außerbiblische Belege zu Milka fehlen. Der Name ist auch nicht in den Samaria-Ostraka belegt, im Unterschied zu den meisten anderen Töchtern Zelofhads und den Söhnen Manasses, die in Num 26,29-33 und Jos 17,2-3 im literarischen Umfeld von Milka erwähnt werden. Dennoch ist es wahrscheinlich, dass es sich bei Milka ebenfalls um ein Toponym handelt, das zu einem Personennamen umgewandelt wurde. Meist wird davon ausgegangen, dass es sich um den Namen eines adiministrativen Distrikts handelte (Gray, John 1967a, 155; Rösel, Hartmut N. 2011a, 278; Gaß, Erasmus 2019a, 192).

Lokalisierung

Die Lage dieses Distrikts lässt sich allerdings nicht genauer bestimmen (Kallai, Zecharia 1986a, 56; Fritz, Volkmar 1994a, 174). Da sich Tirza und Hogla lokalisieren lassen, wäre es vielleicht möglich, die Lage von Milka aufgrund der Platzierung in den Listen zu bestimmen; allerdings ist unklar, ob die Listen einer topographischen Logik folgen. Darüber hinaus liegen die beiden Distrikte Tirza und Hogla sehr nahe beieinander; daher ist es unwahrscheinlich, dass Milka im Gebiet zwischen den beiden zu verorten ist, zumal auch der Distrikt Helek in der unmittelbaren Umgebung der Distrikte Tirza und Hogla zu suchen ist.
Der Distrikt Milka wurde mitunter nördlich von Samaria (Samaria, Ort) im Sanurtal lokalisiert, da sich dort der Name am Wādi el-Milk erhalten haben könnte; das Dorf Mirke ca. 14 km nördlich von Samaria wurde dabei als gleichnamiger Hauptort des Distrikts verstanden (Dussaud, René 1926a, 18; Lemaire, André 1977a, 63; Demsky, Aaron 1984a, 70–75). Allerdings finden sich dort keine Überreste aus vorrömischer Zeit (Zertal, Adam 2004a, 186–187). Daher wurde bisweilen die 6 km weiter südöstlich gelegene Ḫirbet Ḫēbar als Hauptstadt des Distrikts Milka identifiziert (Zertal, Adam 2004a, 74; Van der Meer, Michaël 2020a, 521). Allerdings beruhen die genannten Identifikationen allein auf der Erhaltung des Namens; dieser Gesichtspunkt reicht für eine Gleichsetzung nicht aus, da in allen Belegen genauere Hinweise auf die Lage von Milka fehlen. Die Lage von Milka bleibt also unbekannt.

 

Autor: Jakob M. C. Luz y Graf, 2025; letzte Änderung: 2026-02-03 17:03:08

 

 

 

 

Lexikonartikel

  • ABD 4 (1992), 824-825 (Hess, Richard S., Art. Milcah (Person))
  • WiBiLex 2011 (Bechmann, Ulrike, Art. Zelofhad)
  • EBR 19 (2021), 101-102 (Ebach, Ruth, Art. Milcah)

 

Literatur

Dussaud, René 1926a , 18 ;  Abel, Félix-Marie 1938a , 96 ;  Stamm, Johann Jakob 1967a , 326 ;  Lemaire, André 1977a , 63 ;  Stamm, Johann Jakob 1980a , 326 ;  Boling, Robert G. / Wright, G. Ernest 1984a , 411 ;  Kallai, Zecharia 1986a , 56 ;  Gesenius18 , 686-687 ;  Fritz, Volkmar 1994a , 174 ;  Renz, Johannes / Röllig, Wolfgang 1995a , 87 ;  Levine, Baruch A. 2000a , 322 ;  Zertal, Adam 2004a , 73-74.187.242 ;  Van der Meer, Michaël 2020a , 521 ;  Richelle, Matthieu 2022a , 384 ;