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Etam, Sinai

 

 

 

 

 

 

Weitere Namen

Etham

Lokalisierungsvorschläge

Namensformen AT

אתם ’etām. Οθομ, Βουθαν

Belege AT

Ex 13,20; Num 33,6-8

Belege NT

ausserbiblische Belege aus vorhellenistischer Zeit
(BIS CA. 300 v.Chr.)

Deuterokanonische Texte und Ausserbiblische Belege
ab hellenistischer Zeit

Βουθαν, Ἀϊθαμ, Ἠθαμ (Eusebius, Onomastikon 46,4f; 94,15–17: Notley R. Steven / Safrai, Zeʾev 2005a, 47.91, Nr. 207.472; Timm, Stefan 2017a, 55 Zeile 1f. 118 Zeile 6f, Nr. 207.474)
Ὀθομ (Eusebius, Onomastikon 140,23–25: Notley R. Steven / Safrai, Zeʾev 2005a, 133, Nr. 755; Timm, Stefan 2017a, 184 Zeile 2f., Nr. 758)
Oton (Etheria 7,5: Geyer, Paulus 1898a, 47; Röwekamp, Georg / Thönnes, Dietmar 1995a; 150f; Donner, Herbert 2002a, 97)

Beschreibung

Etam ist die dritte Station des Auszugs nach Ramses und Sukkot (Sukkot, Ägypten). Die alttestamentlichen Belege lokalisieren Etam „am Rand der Wüste“. Das weist auf eine Lage am Ostrand des Nildeltas. Die Näherbestimmung der Lage Etams zeigt jedoch auch, dass der Ort vergleichsweise unbekannt war. Ein Indiz dafür ist die LXX-Lesart Βουθαν, die vielleicht als Wiedergabe der hebräischen Wendung be’etām „in Etam“ (Num 33,6) zu verstehen ist. Auch die Verbindung mit einem ägyptischen Toponym gelingt nicht zweifelsfrei. Die ältere Forschung bezieht Etam auf  ḫtm „Festung“ (Abel, Félix-Marie 1938a, 321; Cazelles, Henri 1955a, 357–360). Dabei könnte man am ehesten an die im Papyrus Anastasi VI, 60 aus dem 12. Jh. v.Chr. genannte „Festung des Merneptah“ denken (TGI3, 40f, Nr. 16), durch die Schasu-Nomaden aus dem Sinai in das Delta eingelassen werden. Die „Festung des Merneptah“ wird entweder auf Tell el-Mašḫūṭa am Nordrand des Wādī eṭ-Ṭumīlāt oder auf dem ca. 15 km weiter westlich gelegenen Tell er-Reṭābe (30°32′51″N.31°57′49″E) gesucht, wobei der letztgenannte Vorschlag naheliegender ist, da auf Tell er-Reṭābe archäologische Reste des 13./12. Jhs. v. Chr. nachgewiesen sind, während die Besiedlung auf Tell el-Mašḫūṭa erst mit dem späten 7. Jh. v. Chr. einsetzt. Allerdings ist die Gleichsetzung von Etam mit  ḫtm aus philologischer Sicht nicht möglich, da hebräisch   nicht ägyptisch entspricht. Somit ist der Vorschlag bedenkenswert, Etam vom ägyptischen Gottesnamen Atum abzuleiten und als Kurzform von Pitom (pr-jtm/Pi-Atum „Haus des Atum“) zu verstehen (Görg, Manfred 1997a, 138f; Redford, Donald B. 1987a, 142). Etam wäre dann wie Pitom auf Tell el-Mašḫūṭa anzusetzen. Diese These wird dadurch untermauert, dass Pitom in den Exodus-Itineraren nicht mehr erwähnt und daher möglicherweise durch die Kurzform Etam ersetzt ist. Allerdings wird auch für den vor Etam genannten Ort Sukkot (Sukkot, Ägypten), sofern es sich um eine Orts- und nicht um eine Gebietsbezeichnung handelt, die Gleichsetzung mit Tell el-Mašḫūṭa erwogen. Das Verhältnis von Sukkot und Etam müsste dann analog zu demjenigen von Sukkot und Pitom als Bezeichnung für das zum Ort gehörende Gelände (Sukkot) und für die Kernstadt mit Tempelanlagen und Verwaltungsgebäuden (Etam) verstanden werden. Insgesamt zeigen die mit der Lokalisierung von Etam verbundenen philologischen und historisch-topographischen Probleme, dass die Verfasser der Exodus-Texte nur mehr ungefähre Vorstellungen von der vermeintlichen Route des Auszugs hatten.

 

Autor: Detlef Jericke, 2017; letzte Änderung: 2021-04-09 10:52:32

 

 

 

 

Lexikonartikel

  • NBL 1 (1991), 606f (Görg, Manfred, Art. Etam)
  • ABD 2 (1992) 644 (Görg, Manfred, Art. Etham)
  • EBR 8 (2014), 94f (Higgins, Ryan, Art. Etham); 17 (2019), 1260-1263 (McKinny, Chris, Art. Maskhuta, Tell el-)

 

Literatur

Lagrange, Marie-Joseph 1900a , 74 ;  Abel, Félix-Marie 1938a , 321 ;  Cazelles, Henri 1955a , 357−360 ;  Simons, Jan 1959a , 247.251 §§ 421f.426 ;  Davies, Graham I. 1979a , 79f ;  Redford, Donald B. 1987a , 142 ;  Houtman, Cornelis 1993a , 105 ;  Hoffmeier, James Karl 1997a , 182 ;  Görg, Manfred 1997a , 138f ;  Seebass; Horst 2007a , 379f ;  Nour el-Din, Mustafa 2016aBreyer, Francis 2019a , 80f ;