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Nod

 

 

 

 

 

 

Weitere Namen

Lokalisierungsvorschläge

Namensformen AT

נוד nôd. Ναιδ. „(Land des) Umherirrens“

Belege AT

Gen 4,16

Belege aus altorientalischen Dokumenten

Belege aus nachalttestamentlicher Zeit

Ναις (Josephus, antiquitates 1,60)

Beschreibung

Am Ende der Erzählung von Kain und Abel (Gen 4,1−16) heißt es, Kain lässt sich „im Land Nod nieder, östlich von Eden“. Der Name Nod nimmt die auch Gen 4,12 und Gen 4,14 verwendete Wurzel nwd „umherirren“ auf. Es handelt sich um einen symbolischen Namen, der Kains künftige Lebensweise als unsteter Wanderer unterstreichen soll. Ähnlich ist auch die Näherbestimmung „östlich von Eden“ qidmat ‘edæn zu verstehen. Die Wendung kennzeichnet im Licht von Gen 2,8, wo Eden schon „im Osten“ bzw. „am Anfang“ miqqædæm (zur Wortbedeutung vgl. Ps 74,12; Ps 76,6; Ps 76,12 sowie LXX und Vulgata zu Gen 2,8) lokalisiert ist, das Land Nod als jenseits des uranfänglichen Eden gelegen. Nod ist sowohl räumlich als auch zeitlich gesehen eine Art Niemandsland. Lediglich unter der für die Urgeschichte allerdings unwahrscheinlichen Annahme, dass Eden das am mittleren Eufrat gelegene Kleinkönigtum bīt-adini meint, könnte Nod eine Landschaft im südlichen Mesopotamien, in Babylonien, bezeichnen. Für eine solche Annahme spräche allenfalls die unmittelbar auf die Rede von Kains Wohnen im Land Nod folgende Notiz vom Bau der ersten Stadt (Gen 4,17), da Babylonien im Altertum als die Region mit der ältesten Stadtkultur im Vorderen Orient galt.

[Detlef Jericke, 2015]

 

Autor: Detlef Jericke; letzte Änderung: 2019-05-11 19:00:30

 

 

 

 

Lexikonartikel

  • ABD 4 (1992), 1133f (Davila, James R., Art. Nod)

 

Literatur

Delitzsch, Franz 1887a , 124 ;  Gunkel, Hermann 1910a , 47 ;  Cassuto, Umberto 1961a , 228 ;  Westermann, Claus 1974a , 427f ;  Wenham, Gordon J. 1987a , 110 ;  Görg, Manfred 1994aSoggin, Jan Alberto 1997a , 102 ;  Jericke, Detlef 2013a , 37 ;