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En-Tappuach

 

 

 

 

 

 

Weitere Namen

En-tappuah

Lokalisierungsvorschläge

Namensformen AT

עינ תפוח ‘ên-tappûaḥ. πηγὴν Θαφθώθ. fons Taffuae

Belege AT

Jos 17,7

Belege NT

ausserbiblische Belege aus vorhellenistischer Zeit
(BIS CA. 300 v.Chr.)

Deuterokanonische Texte und Ausserbiblische Belege
ab hellenistischer Zeit

Beschreibung

Die Ortsangabe En-Tappuach ist im Alten Testament lediglich in der Grenzbeschreibung des Stammes Manasse (Jos 17,7) belegt. Außerbiblische Belege für den Ortsnamen fehlen.
Der erste Wortteil ʿên  bedeutet „Quelle“, der zweite Namensteil tappûaḥ „Apfel, Apfelbaum“. Der Ortsname ist daher als „Apfelbaumquelle“ zu deuten (vgl. Meister, Abraham 1991a, 113.127). Wahrscheinlich ist das Toponym in Zusammenhang mit dem Ortsnamen Tappuach (Tappuach, efraimitisch) zu sehen. Dafür sprechen auch die Lesarten von LXX, Vulgata und Vetus Latina, die im zweiten Namensteil den Schreibungen des Ortsnamens Tappuach entsprechen. En-Tappuach sollte demnach in der Nähe von Tappuach zu finden sein.
Nach Jos 17,7 gehört En-Tappuach zu Manasse. Der Ort lag außerdem südlich von Michmetat. Da in Jos 17,7  das Wort jošbê („Bewohner“) nach der LXX zum Ortsnamen Jaschib (jšb) zu ändern ist (vgl. Kallai, Zecharia 1986a, 152f), stehen die Orte En-Tappuach und Jaschib ohne Richtungsangäbe in einer Constructus-Verbindung nebeneinander (vgl. Gaß, Erasmus 2019a, 184). Daher ist das genaue topographische Verhältnis der beiden Orte zueinander nicht sicher zu bestimmen. Dennoch ist die Annahme berechtigt, dass beide Orte nahe beieinander lagen (Jenni, Ernst 1958a, 38–40).

Lokalisierung

Nicht selten wurde hinter En-Tappuach ein längerer Name für Tappuach (Tappuach, efraimitisch) vermutet (Keil, Karl Friedrich 1847a, 316; Lloyd, John 1886a, 269; Moster, David 2017a, 243). Diese Identifikation ist aber abzulehnen, da En-Tappuach dem Stamm Manasse, Tappuach jedoch dem Stamm Efraim zugesprochen wird (Jos 17,7-8).
Auch eine Identifikation mit Jaschib (Elliger, Karl 1937a, 9) ist abzulehnen, da Jos 17,7 auch zwischen diesen beiden Orten differenziert.
Für eine Idenitifikation kommen daher nur die beiden in der Umgebung von Tappuach/Tell eš-Šēḫ Abū Zarad (Tappuach, efraimitisch) bzw. Jaschib/Yasūf  gelegenen Quellen ʿĒn Abū Zarad (Na’aman, Nadav 1986a, 150f) und ʿĒn Tuffāḥ (Rösel, Hartmut N. 2011a, 280) infrage. Da die Lage von ʿĒn Abū Zarad aber mit Tappuach fast identisch ist und die beiden Orte in Jos 17,7-8 unterschieden werden, ist diese Identifikation abzulehen. An der Quelle ʿĒn Tuffāḥ hat sich der biblische Ortsname erhalten; daher ist eine Gleichsetzung des biblischen Orts mit dieser Quelle wahrscheinlich (vgl. Nigro, Lorenzo u.a. 2015a, 141.144f). Die Quelle liegt 700 Meter nordöstlich von Tappuach (Tappuach, efraimitisch) und unweit von Jaschib. In der Nähe der Quelle findet sich außerdem ein Obstgarten (vgl. Nigro, Lorenzo u.a. 2015a, 145). Da En-Tappuach aber nur einmal literarisch belegt ist und hinter dem Namen der Quelle auch das arabische tuffāḥ („Apfel“) ohne Bezug zum biblischen Ortsnamen stehen könnte, ist die Identifikation von En-Tappuach mit ʿĒn Tuffāḥ zwar wahrscheinlich, aber nicht sicher.
 

 

Autor: Jakob M. C. Luz y Graf, 2025; letzte Änderung: 2026-01-31 12:19:45

 

 

 

 

Lexikonartikel

  • ABD 6 (1992), 319f (Kotter, Wade R., Art. Tappuah [Place])

 

Literatur

Keil, Karl Friedrich 1847a , 316 ;  Knobel, August 1861a , 445-446 ;  Guerin, Victor 1874a , 259-261 ;  Saucyl, Félicien de 1877a , 136 ;  Conder, Claude R. / Kitchener, Herbert H. 1882a , 237 ;  Lloyd, John 1886a , 269 ;  Oettli, Samuel 1893a , 178 ;  Clermont-Ganneau, Charles 1896a , 203 ;  Fernández, Andrés 1933a , 36 ;  Elliger, Karl 1937a , 9 ;  Noth, Martin 1953a , 103 ;  Baly, Denis 1966a , 179 ;  Gray, John 1967a , 156 ;  Woudstra, Marten H. 1981a , 265 ;  Boling, Robert G. / Wright, G. Ernest 1984a , 409 ;  Rösel, Hartmut N. 2011a , 280 ;  Butler, Trent C. 2014a , 140 ;  Nigro, Lorenzo u.a. 2015a , 141.144-145 ;  Moster, David 2017a , 244-246 ;  Gaß, Erasmus 2019a , 184-185 ;