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Tal von Gerar

 

 

 

 

 

 

Weitere Namen

Lokalisierungsvorschläge

Namensformen AT

נחל־גרר naḥal-gerār. ἡ φάραγξ Γεραρων

Belege AT

Gen 26,17

Belege aus altorientalischen Dokumenten

Belege aus nachalttestamentlicher Zeit

Φάραγξ (Josephus, antiquitates 1,260)

Beschreibung

Das Tal von Gerar ist im Alten Testament nur einmal genannt, als Lagerplatz Isaaks. Die Frage, wo dieses Tal vorzustellen ist, hängt von der nicht eindeutigen Lokalisierung des Orts Gerar ab. Sollte dieser mit Tell Ǧemme (0971.0888) gleichgesetzt werden, so könnte das Trockental des Wādī Ġazze / Naḥal Beśor (ca. 0900.0960–1100.0670) gemeint sein, an dem der Siedlungshügel liegt. Allerdings wird das Wādī Ġazze gern mit dem Grenzbach Ägyptens in Zusammenhang gebracht, zumindest für die Zeit bis zum 7. Jh. v.Chr., bevor das weiter südlich verlaufende Wādī el-‘Arīš (ca. 037.062–060.030) als Grenze nach Ägypten hin galt. Da Tell Ǧemme ein wenig wahrscheinlicher Kandidat für die Lokalisierung von Gerar ist, kommt somit das Wādī Ġazze kaum für die Gleichsetzung mit dem Tal von Gerar in Frage. Wahrscheinlicher ist eine Identifikation mit dem bei Tell Ǧemme vom Wādī Ġazze nach Nordosten abzweigenden Wādī eš-Šerī’a / Naḥal Gerar (ca. 1000.0900‒1200.0890). An diesem liegt mit Tell Abū Ḥurēre (1126.0879) der Siedlungshügel, auf dem Gerar am wahrscheinlichsten zu suchen ist, und mit dem Tell eš-Šerī‘a (1196.0889) ein weiterer Platz, der im Zusammenhang mit der Lokalisierung von Gerar diskutiert wird. Die genaue bzw. die gedachte Lage des Tals von Gerar war bereits im Altertum unbekannt. So greift Josephus augenscheinlich zu einer Verlegenheitslösung, wenn er in der Nacherzählung von Gen 26 den Genusbegriff ἡ φάραγξ „das Tal“ zum Namen des Lagerplatzes macht und ausführt, Isaak habe sich vor Abimelech zu einem Platz namens Pharanx (Φάραγξ) zurückgezogen, der nicht weit von Gerar entfernt liegt (antiquitates 1,260). S. auch Gerar.
[Detlef Jericke, 2016]

 

Autor: Detlef Jericke; letzte Änderung: 2019-05-11 18:56:45

 

 

 

 

Lexikonartikel

 

Literatur