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Kedemot

 

 

 

 

 

 

Weitere Namen

Lokalisierungsvorschläge

Namensformen AT

קדמות qedemôt. Κεδημωθ „die östlich gelegenen“

Belege AT

Dtn 2,26; Jos 13,18; Jos 21,37; 1Chr 6,64

Belege NT

ausserbiblische Belege aus vorhellenistischer Zeit
(BIS CA. 300 v.Chr.)

Deuterokanonische Texte und Ausserbiblische Belege
ab hellenistischer Zeit

Καδημωθ (Eusebius, Onomastikon: Timm 144,6f, Nr. 587; Klostermann 114,5f; Notley R. Steven / Safrai, Zeʾev 2005a, 109, Nr. 584)

Beschreibung

Mose schickt Boten aus der „Wüste Kedemot“ zu Sihon, dem König von Heschbon (Dtn 2,26). Zudem wird Kedemot zusammen mit Jahaz und Mefaat „auf der Ebene“ zum Siedlungsgebiet Rubens gezählt (Jos 13,18). Der Ort muß daher am äußersten östlichen Rand des ostjordanischen Kulturlands, am Übergang zur Wüste liegen. Dtn 2,24-26 setzen zudem voraus, dass der Ort nördlich des Arnontals zu suchen ist. Jos 21,37 und 1Chr 6,64 führen Kedemot zusammen mit Mefaat als Levitenort auf. Auch Mefaat/Umm er-Reṣāṣ liegt am Übergang zur Wüste. Für die Lokalisierung von Kedemot bietet sich Sālīye an. Der Platz liegt über dem oberen Arnontal etwa 15 km südöstlich von Dibon und 5 km südlich von Umm er-Reṣāṣ unmittelbar am Rand der Wüste. Der Oberflächenbefund weist eine Siedlung und eine Festung der Eisenzeit aus. In der älteren Forschung wird der zweigeteilte Fundplatz Qaṣr ez-Zaʿferān I/II für eine Gleichsetzung mit Kedemot vorgeschlagen (Abel, Félix-Marie 1938a, 69.74.217.415; Simons, Jan 1959a, 118). Der Doppelplatz scheint der Pluralform des Ortsnamens zu entsprechen. Auf Qaṣr ez-Zaʿferān I/II finden sich ebenfalls Reste eisenzeitlicher Befestigungen. Allerdings ist der Platz weiter von Mefaat entfernt (ca. 15 km) und liegt westlicher und damit weniger wüstennah als Sālīye. Letzteres trifft auch auf die gelegentlich für die Lokalisierung von Kedemot erwogenen Fundstätten er-Rumēl und Ḫirbet Qurēyāt ʿAlēyān zu (vgl. zu Jahaz bzw. zu Kerijot).

 

Autor: Detlef Jericke, 2022; letzte Änderung: 2022-01-31 18:25:17

 

 

 

 

Lexikonartikel

  • ABD 4 (1992), 10f (Peterson, John L., Art. Kedemoth)
  • EBR 15 (2017), 97f (Anderson, Bradford A., Art. Kedemoth)

 

Literatur

Glueck, Nelson 1934a , 30f.34–36 ;  Abel, Félix-Marie 1938a , 69.74.217.415 ;  Noth, Martin 1953a , 129 ;  Simons, Jan 1959a , 118 § 298 ;  Zyl, Albertus H. van 1960a , 75 ;  Parker, S. Thomas 1976a , 23 ;  Parker, S. Thomas 1986a , 44f ;  Koucky, Frank L. 1987a , 102f ;  Dearman, John Andrew 1989c , 63 ;  Dearman, John Andrew 1989b , 184 ;  Zwickel, Wolfgang 1990a , 145 ;  Kellermann, Diether u.a. 1992aFritz, Volkmar 1994a , 143 ;  Vieweger, Dieter 1995a , 53 ;  Mittmann, Siegfried 1995a , 19–21 ;  Ji, Chang-Ho C. / ʿAttiyat, Taysir 1997a , 118 ;  MacDonald, Burton 2000a , 93–95 ;  Lipiński, Edward 2006a , 329f ;  Gaß, Erasmus 2009a , 178.255.257 ;  Rösel, Hartmut N. 2011a , 217 ;  Perlitt, Lothar 2013a , 211f ;  Gaß, Erasmus 2021a , 114 ;