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Sefar

 

 

 

 

 

 

Weitere Namen

Sephar

Lokalisierungsvorschläge

  • kein Lokalisierungsvorschlag (odb)   

Namensformen AT

ספר sepār. Σωφηρα

Belege AT

Gen 10,30

Belege aus altorientalischen Dokumenten

Belege aus nachalttestamentlicher Zeit

sprj’/sprww’j (Targume: Díez Macho, Alejandro 1988a, 66f)
Σωφεϊρα (Eusebius, Onomastikon 150,14: Notley, R. Steven / Safrai, Ze’ev 2005a, 141 Nr. 869)

Beschreibung

Sefar markiert in Gen 10,30 die östliche Erstreckung des Gebiets der „Söhne Joktans“, das Teile Ostafrikas und der Arabischen Halbinsel umfasst haben soll. Ob Sefar einen Ort oder eine Landschaft bezeichnet, bleibt unklar, zumal nicht zuverlässig zu entscheiden ist, ob der nachfolgende Name „Ostgebirge“ lediglich Apposition zu Sefar oder ein eigenes Toponym ist. Unter der Voraussetzung, dass Sefar ein Ort sein soll, wird mitunter auf Ẓafār (14º13'N.44º24'E), die Hauptstadt des Königtums Ḥimyar an der südwestlichen Ecke der Arabischen Halbinsel im heutigen Jemen verwiesen. Geographisch wäre eine solche Ansetzung allenfalls vertretbar, wenn man das vor Sefar in Gen 10,30 genannte Mescha in Nordwestarabien sucht und mit Mescha und Sefar dann die ganze Halbinsel bzw. deren gesamter Westteil als Gebiet der „Söhne Joktans“ umschrieben wäre. Der Name „Ostgebirge“ könnte sich in diesem Fall auf die Gebirgsketten im südlichen Arabien beziehen. Allerdings beginnt die Geschichte Ḥimyars und seiner Residenzstadt Ẓafār erst im ausgehenden 2. Jh. v.Chr. und erreicht ihren Höhepunkt im 3.–6. Jh. n.Chr. Daher ist ein Bezug zum alttestamentlichen Sefar unwahrscheinlich, zumal auch die Lokalisierung von Mescha ungeklärt ist. Eusebius meint mit dem Toponym Sōpheïra (Σωφεϊρα), vielleicht in Anlehnung an Josephus (antiquitates 8,164), das alttestamentliche Ofir, wenn er schreibt, von Σωφεϊρα aus brachten Schiffe in einem dreijährigen Rhythmus Waren für Salomo (Eusebius, Onomastikon 150,14‒18: Notley, R. Steven / Safrai, Ze’ev 2005a, 141 Nr. 869; vgl. 1Kön 10,11; 1Kön 10,22). Ob 20 kennt den Ort oder die Landschaft Sefarad sefārad, wo verbannte Israeliten wohnen. Traditionell wird Sefarad auf der iberischen Halbinsel gesucht. Die Bezeichnung war namengebend für die sefardischen Juden, die bis zum Ende des 15. Jh. n.Chr. dort lebten. Historisch-geographisch könnte sich das alttestamentliche Sefarad allerdings auch auf Teile von Kleinasien oder auf die Landschaft saparda in Medien beziehen, die in neuassyrischen Texten erwähnt ist (Parpola, Simo 1970a, 304). Eine Beziehung zwischen Sefar und Sefarad ist allerdings weder philologisch noch sachlich erkennbar. Daher bleibt die Lage von Sefar ungeklärt.

[Detlef Jericke, 2015]

 

Autor: Detlef Jericke; letzte Änderung: 2019-05-11 18:57:40

 

 

 

 

Lexikonartikel

  • ABD 5 (1992), 1089 (Oller, Gary H., Art. Sephar)

 

Literatur

Dillmann, August 1892a , 201 ;  Gunkel, Hermann 1910a , 92 ;  Cassuto, Umberto 1964a , 223 ;  Westermann, Claus 1974a , 704 ;  Yule, Paul 2007aYule, Paul u.a. 2007aJericke, Detlef 2013a , 66f ;  Yule, Paul 2013a