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Weitere Namen
Noah
Lokalisierungsvorschläge
Namensformen AT
נֹעָ֔ה noʿāh. Νουα. Noa
Belege AT
Num 26,33 (PN); Num 27,1 (PN); Num 36,11 (PN); Jos 17,3 (PN);
1Chr 7,19 (PN) ?
Belege NT
ausserbiblische Belege aus vorhellenistischer Zeit
(BIS CA. 300 v.Chr.)
nʿh (Samaria-Ostraka Nr. 50.52.64: Renz, Johannes / Röllig, Wolfgang 1995a, 87; Aḥituv, Shmuel 2008a, 302)
Deuterokanonische Texte und Ausserbiblische Belege
ab hellenistischer Zeit
Beschreibung
Schreibweise und Etymologie
Die Schreibweise des Namens im MT mit noʿāh bleibt in allen Belegen gleich. Die LXX transkribiert den Namen mit Νουα.
Gelegentlich wird der Name Aniam (ʾanîʿam. Ανιαμ) in 1Chr 7,19 als korrupte Lesart für Noa verstanden (Keil, Karl Friedrich 1870a, 100; Noth, Martin 1966b, 237). Aufgrund der Deutung des Namens Aniam („Ich bin ein Verwandter“; vgl. EBR 1, 1209f) ist jedoch wahrscheinlicher, dass es sich dabei um eine literarische Bildung handelt.
Der Name Noa wird von der Wurzel nwʿ („schwanken, sich haltlos bewegen“) abgeleitet und als „Bewegung“ gedeutet (vgl. Lloyd, John 1886a, 272; Stamm, Johann Jakob 1980a, 129f).
Alttestamentliche Belege
Im Alten Testament ist Noa in den genealogischen Listen zum Stamm Manasse (Num 26,29-34; Jos 17,2-3) sowie in den Erzählungen zu den Töchtern Zelofhads belegt (Num 27,1-11). Die fünf Töchter Zelofhads erstreiten sich das Recht, den Anteil ihres Vaters am Verheißungsland zu erben (Jos 17,4), da ihr Vater ohne männlichen Erben stirbt (Num 27,3-4). Damit das Erbe nicht in den Besitz eines anderen Stammes gelangt, müssen die Töchter Männer aus dem Stamm Manasse, dem Stamm ihres Vaters heiraten (Num 36,6-7). Noa ist dabei zumeist die zweite Tochter Zelofhads und wird zwischen Machla und Hogla genannt (Num 26,33; Num 27,1; Jos 17,3). In Num 36,11 scheint Noa mit Tirza die Position getauscht zu haben und wird an letzter Stelle nach Milka aufgeführt. In allen Belegen erscheint Noa zudem als Enkelin Hefers, sowie als Nachkomme Gileads, Machirs und Manasses.
Der Versuch, Noa aufgrund der Platzierung in den Listen zwischen Machla und Hogla bzw. nach Milka zu lokalisieren, scheitert v.a. daran, dass die jeweilige Lage von Machla und Milka nicht bekannt ist. Lediglich Tirza und Hogla sind sicher zu verorten. Darüber hinaus ist unklar, ob die Listen einer topographischen Logik folgen.
Außerbiblische Belege
Außerbiblisch ist Noa in den Ostraka aus Samaria (Samaria, Ort) belegt (vgl. Niemann, Hermann Michael 2008a, 256). Auf den beschriebenen Gefäßscherben sind Lieferungen aus der Umgebung an die Hauptstadt des Nordreichs dokumentiert. Sie stammen aus der frühen Regierungszeit Jerobeams II. (787–747 v. Chr.) (Aharoni, Yohanan 1984a, 371–385; Renz, Johannes / Röllig, Wolfgang 1995a, 79–86; Faigenbaum-Golovin, Shira u.a. 2021a; Finkelstein, Israel 2021a). Die Schreibweise des Namens in Ostrakon Nr. 50 entpricht dabei der biblischen Schreibweise. Daneben ist der Name in den Ostraka Nr. 52 und Nr. 64 noch fragmentarisch erhalten (vgl. Richelle, Matthieu 2022a, 379f.391.397f). In den Ostraka fehlt aber ein konkreter Ort, aus dem die Lieferung vom Distrikt Noa (s.u.) stammt, sodass eine Lokalisierung von Noa aufgrund der Ostraka nicht möglich ist
Lokalisierung
Da Noa – wie ein Großteil der in Jos 17,2-3 und in Num 26,30-33 genannten Ortsnamen – auch in den Samaria-Ostraka belegt ist, ist es wahrscheinlich, dass es sich bei Noa um ein Toponym handelt, das zu einem Personennamen umgewandelt wurde. Wahrscheinlich handelt es sich um den Namen eines administrativen Distrikts ( Gray, John 1967a, 155; Rösel, Hartmut N. 2011a, 278; Gaß, Erasmus 2019a, 192). Allerdings lassen sich weder aus den biblischen Textbelegen noch aus den Ostraka Hinweise auf die Lage des Distrikts entnehmen. Daher bleibt die Lage von Noa unbekannt (Boling, Robert / Wright, Ernst 1984a, 412).
Gelegentlich wurde Noa wegen des Namensanklangs mit dem Tal um Ḫirbet ʿAnāḥūm ca. 18 km nordöstlich von Samaria (Samaria, Ort) identifiziert (Lemaire, André 1977a, 63; Zertal, Adam 2007a, 103). Allerdings reicht der mögliche Erhalt des Namens nicht für eine Identifikation aus, da aus den schriftlichen Zeugnissen keine Anhaltspunkte zur Lage von Noa zu entnehmen sind.
Daneben wird der Distrikt bisweilen aufgrund der Positionierung in den biblischen Listen nach Hogla nordwestlich von Samaria lokalisiert (s. dazu die Karten von Aharoni, Yohanan 1984a, 383; Aḥituv, Shmuel 2008a, 261). Allerdings ist die Bestimmung der Lage aufgrund der genealogischen Listen zu unsicher (s.o.).
Autor: Jakob M. C. Luz y Graf, 2025; letzte Änderung: 2026-02-05 12:08:20
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Lexikonartikel
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ABD
4 (1992), 1122-1123 (Taylor, Marion N. / Talyor, J. Glen, Art. Noah (Person))
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WiBiLex
2011 (Bechmann, Ulrike, Art. Zelofhad)
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EBR
1 (2009), 1209f (Starbuck, Scott R. A., Art. Aniam); 21 (2023), 549 (Walfish, Barry Dov, Art. Noah. Daughter of Zelophehad)
Literatur
Lloyd, John 1886a , 272 ;
Dussaud, René 1926a , 11.13 ;
Abel, Félix-Marie 1938a , 96 ;
Noth, Martin 1966b , 237 ;
Stamm, Johann Jakob 1967a , 330-331 ;
Lemaire, André 1977a , 36-38.63.65 ;
Stamm, Johann Jakob 1980a , 129-130 ;
Aharoni, Yohanan 1984a , 383-384 ;
Boling, Robert G. / Wright, G. Ernest 1984a , 412 ;
Kallai, Zecharia 1986a , 52 ;
Fritz, Volkmar 1994a , 174 ;
Renz, Johannes / Röllig, Wolfgang 1995a , 87 ;
Levine, Baruch A. 2000a , 322 ;
Japhet, Sara 2002a , 190 ;
Bar, Shay / Zertal, Adam 2007a , 103.117-118 ;
Niemann, Hermann Michael 2008a , 256-257 ;
Aḥituv, Shmuel 2008a , 261.302 ;
Rösel, Hartmut N. 2011a , 278 ;
Van der Meer, Michaël 2020a , 521 ;
Faigenbaum-Golovin, Shira u.a. 2021a , 151 ;
Finkelstein, Israel 2021a , 166-167 ;
Richelle, Matthieu 2022a , 379-380.384 ;
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