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Magog

 

 

 

 

 

 

Weitere Namen

Gog

Lokalisierungsvorschläge

  • kein Lokalisierungsvorschlag (odb)   

Namensformen AT

מגוג magôg. Μαγωγ

Belege AT

Ez 38,2; Ez 39,6; Personenname: Gen 10,2; 1Chr 1,5

Belege aus altorientalischen Dokumenten

Belege aus nachalttestamentlicher Zeit

Μαγωγης (Josephus, antiquitates 1,123; Apk 20,8)

Beschreibung

In Ez 38 und Ez 39 ist Magog als Landschaftsname belegt. Ez 38,2 nennt ausdrücklich das „Land Magog“ als Herrschaftsbereich des Fürsten Gog, gegen den Jhwh in einen apokalyptischen Kampf zieht. Auch Ez 39,6, wo nur „Magog“ steht, meint wahrscheinlich dieselbe Herrschaft. Möglicherweise handelt es sich um eine Ableitung aus der keilschriftlichen Wendung māt gūgi „Land des Gyges“. Gyges ist der erste aus Dokumenten bekannte König von Lydien im westlichen Kleinasien, der dort im 7. Jh. v.Chr. herrschte. Er dürfte auch mit dem Decknamen Gog in Ez 38 und Ez 39 gemeint sein. Gog soll auch über Meschech und Tubal herrschen (Ez 38,2-3; Ez 39,1). Die zwei Namen sind in in den Genealogien von Gen 10 und 1Chr 1 nach Magog als weitere Nachfahren Jafets genannt. Tubal wird meist mit dem keilschriftlich belegten Namen tabāl, Mesech mit keilschriftlich muški/mušku gleichgesetzt. In beiden Fällen handelt es sich um Territorien im zentralen bzw. östlichen Anatolien. Daher wird Magog in kartographischen Umsetzungen der sogenannten Völkertafel von Gen 10 entweder dort in Nachbarschaft zu Gomer (Gen 10,2-3) eingezeichnet (Zwickel, Wolfgang 2000a, 26f.30f; Beitzel, Barry J. 2009a, 93, map 29) oder aber im westlichen Kleinasien, wo Lydien lag (Strange, John 1998a, 27, Karte 25). Von einer räumlichen Nähe zu Gomer geht auch das Jubiläenbuch aus (Jub 9,8). Daher dürfte eine gedachte Lage Magogs in Anatolien zumindest für die hellenistische Zeit vorausgesetzt werden (Strange, John 1998a, 27, Karte 26). Josephus bringt Magog mit den Skythen in Verbindung, einem Stämmeverband von Reiternomaden, deren Kerngebiete nördlich und nordöstlich des Schwarzen Meers lagen, die allerdings einen weiten Aktionsradius hatten, der bis in das nördliche Zweistromland und über das Kaspische Meer hinaus in Gegenden nördlich der Kaschmirregion reichte. Allerdings werden die Skythen häufig mit Aschkenas, einem weiteren Nachfahren Jafets (Gen 10,3), in Beziehung gesetzt. Die Beschreibungen im Jubiläenbuch und bei Josephus sind jeweils bereits zeitgenössisch beeinflusste Interpretationen der biblischen Textbelege. Da Magog in den Genealogien von Gen 10 und 1Chr 1 sowie in Ez 38 und Ez 39 bereits als literarische Bildung zu verstehen ist, ist eine begründete Lokalisierung ausgeschlossen.

[Detlef Jericke 2016]

 

Autor: Detlef Jericke; letzte Änderung: 2019-05-11 19:02:10

 

 

 

 

Lexikonartikel

  • WiBiLex 2012 (Rösel, Christoph, Art. Gog/Magog)

 

Literatur

Gunkel, Hermann 1910a , 152f ;  Skinner, John 1951a , 197 ;  Simons, Jan 1959a , 57‒60 § 154 ;  Speiser, Ephraim Avigdor 1964a , 66 ;  Westermann, Claus 1974a , 674 ;  Wenham, Gordon J. 1987a , 216f ;  Sarna, Nahum M. 1989a , 70 ;  Lipiński, Edward 1990a , 41‒43 ;  Maier, Johann 1991a , 173.183.187f.190f ;  Soggin, Jan Alberto 1997a , 168f ;  Maier, Johann 2004a , 156.165.169.172 ;  Gmirkin, Russell E. 2006a , 148 ;  Lipiński, Edward 2018a , 191f ;