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Suf

 

 

 

 

 

 

Weitere Namen

Suph

Lokalisierungsvorschläge

Namensformen AT

סוף sûp. ἡ ἐρυθρὴ (θάλασσα). „Schilf“

Belege AT

Dtn 1,1

Belege aus altorientalischen Dokumenten

Belege aus nachalttestamentlicher Zeit

jm swp (Targum Onkelos zu Dtn 1,1: Sperber, Alexander 1959a, 289)
jm’ dswp (Targum Neofiti zu Dtn 1,1: Díez Macho, Alejandro 1978a, 2f)

Beschreibung

Das Toponym Suf kommt im Alten Testament nur in Dtn 1,1 vor. Die Wendung môl sûp „nahe bei Suf“ (zur Übersetzung vgl. Jericke, Detlef 2008a, 45) ist eine der Ortsangaben, die den östlich des Jordan im „Land Moab“ lokalisierten Platz von Moses Ansprache an die Israeliten (Dtn 1,1; Dtn 1,5) näher bestimmen soll. Das Nomen Suf ist darüber hinaus im Toponym jam-sûp „Schilfmeer“ belegt, das den Ort des Meerwunders beim Auszug aus Ägypten bezeichnet (Ex 13,18 u.ö.) und mit dem Golf von Suwēs bzw. dem Golf von ‘Aqaba identifiziert werden kann. Entsprechend setzen einige LXX-Handschriften, Targume und die Vulgata (mare rubrum) voraus, dass es sich bei dem Ausdruck Suf in Dtn 1,1 um das Schilfmeer handelt (vgl. Perlitt, Lothar 1990a, 2;  Weinfeld, Moshe 1991a, 126; Tigay, Jeffrey Howard 1996a, 4). Diese Gleichsetzung passt in den topographischen Rahmen von Dtn 1,1 und ist daher nicht völlig von der Hand zu weisen (Simons, Jan 1959a, § 431 Anm. 223; Perlitt, Lothar 1990a, 11f). Zumindest die in demselben Vers genannten Toponyme Paran (vgl. Num 10,12; Num 12,16; Num 13,3; Num 13,26) und Hazerot (Num 12,1; Num 12,16; Num 33,17-18) sind als Stationen der Wüstenwanderung zwischen Sinai/Gottesberg und Kadesch-Barnea bekannt. Daher kann Dtn 1,1 als ein kurzes, literarisch konstruiertes Stationenverzeichnis verstanden werden, das den Weg der Israeliten „vom Horeb… bis nach Kadesch-Barnea“ (Dtn 1,2) veranschaulichen will. Auch eine Lokalisierung von Suf in der Araba, der Senke zwischen dem Südende des Toten Meers (Salzmeer) und dem Nordende des Golfs von ‘Aqaba ist nicht auszuschließen, wenn man gleichzeitig annimmt, daher erkläre sich der Name jam-sûp „Schilfmeer“ für den Golf von ‘Aqaba (Oblath, Michael D. 2004a, 102‒106). Ausgehend von der unzutreffenden Annahme, alle in Dtn 1,1 genannten Orte müssten in Moab liegen, schlug Musil die Lokalisierung von Suf auf Ḫirbet Sūfe (2273.1192) ca. sechs Kilometer südlich von Medeba/Mādebā vor (Musil, Alois 1907a, 211; vgl. Noth, Martin 1957a, 28; Braulik, Georg 1986a, 21; Veijola, Timo 2004a, 12). Nach den bisher vorliegenden Informationen zeigt die Ḫirbet Sūfe jedoch lediglich einen spärlichen Keramikbefund aus römischer und späterer Zeit (Glueck, Nelson 1939a, 137). Daher lässt sich der Vorschlag Musils nicht halten (Mittmann, Siegfried 1975a, 8–11; Rüterswörden, Udo 2006a, 23). Wenn man Suf als eine Kurzbezeichnung für das Schilfmeer versteht, ist eine Identifizierung mit Sufa (Num 21,14) nicht angezeigt. Der Textzusammenhang von Num 21,14-15 deutet auf eine Lokalisierung von Sufa im zentralen Ostjordanland, weil parallel zu der enigmatischen Wendung „Waheb in Sufa“ die „Bäche des Arnon“ stehen. Auch der bei Josephus erwähnte und bisher nicht genau lokalisierte Ort Παπυρων („Schilfrohr“; bellum 1,130; antiquitates 14,33), der entweder im Jordangraben oder im zentralen Ostjordanland zu suchen ist, ist trotz der Namensähnlichkeit nicht mit Suf und wohl auch nicht mit Sufa in Verbindung zu bringen (vgl. Möller, Christa / Schmitt, Götz 1976a, 153f; anders Kraeling, Emil G. 1948a).
[Detlef Jericke, 2017]

 

Autor: Detlef Jericke; letzte Änderung: 2019-05-11 18:57:02

 

 

 

 

Lexikonartikel

  • ABD 6 (1992), 241 (Huddlestun, John R., Art. Suph)

 

Literatur

Musil, Alois 1907a , 211 ;  Kraeling, Emil G. 1948aNoth, Martin 1957a , 28 ;  Simons, Jan 1959a , 255.262 §§ 431.441 ;  Mittmann, Siegfried 1975a , 8–11 ;  Möller, Christa / Schmitt, Götz 1976a , 153f ;  Braulik, Georg 1986a , 21 ;  Perlitt, Lothar 1990a , 2.11f ;  Zwickel, Wolfgang 1990b , 482 ;  Weinfeld, Moshe 1991a , 126 ;  Tigay, Jeffrey Howard 1996a , 4 ;  Oblath, Michael D. 2004a , 102‒106 ;  Veijola, Timo 2004a , 12 ;  Rüterswörden, Udo 2006a , 23 ;  Jericke, Detlef 2008a , 44f ;  Otto, Eckart 2012a , 313-315 ;